Buchenau
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© Peter Schaaf

Ziegelei

Auch dieser Seitentitel wird dem einen oder anderen Betrachter sonderbar vorkommen. Natürlich habe auch ich mich sehr gewundert, als ich erfuhr, dass es in Buchenau in früheren Zeiten einmal eine Ziegelei gegeben haben soll und ich kann mir denken, dass kaum noch jemand etwas davon weiß. Deshalb werde ich versuchen, auch dieses interessante Thema etwas aufzuarbeiten.

Ziegelsteinhaus in der Glasbachstraße

Dieses Haus, Baujahr 1902, in der Glasbachstraße ist noch mit Ziegelsteinen aus der Ziegelei Buchenau gebaut.

Mit Sicherheit gab es eine Ziegelei in Buchenau bereits im 19. Jahrh. (siehe Baujahr des Hauses im nebenstehenden Bild). Das genaue Datum einer Firmengründung konnte ich bisher noch nicht ermitteln , hoffe aber, dies irgendwann hier ergänzen zu können.

Auch zu diesem Thema konnte mir Herr Hans Klotzbach viele wertvolle Hinweise geben, wofür ich ihm hier noch einmal herzlich danke.

Die Ziegelei, die im Laufe der Jahre verschiedene Firmennamen trug, produzierte sowohl Dachziegeln, als auch Ziegelsteine für den Hausbau. Wie es aussieht, firmierte das Ziegelwerk zunächst unter dem Namen “TONWERKE BUCHENAU”. Dies ist ersichtlich aus einer Ziegelsammlung, die H. Klotzbach noch besitzt.

4 Ziegel aus der Sammlung von
 H. Klotzbach

4 Ziegel

Dabei ist festzustellen, dass die 4 Ziegel jeweils eine andere Beschriftung tragen. Die offensichtlich älteste Ziegel aus dem 19. Jahrh. trägt den Firmennamen
          “Tonwerke Buchenau”

Tonwerke Buchenau

Die älteste Ziegel
“TONWERKE BUCHENAU”

Leider war für mich nicht feststellbar, wer der Besitzer dieser ersten Ziegelei gewesen ist. Anders bei der nächsten Ziegelgeneration, die

eindeutig den Herren von Schenck zu Schweinsberg zugeordnet werden kann. Die Ziegel dieser Zeit weisen folgende Prägung auf:       

“FREIHERRLICH SCHENCK zu SCHWEINSBERG´sche
  DAMPFZIEGELEI BUCHENAU”

Die zweite Ziegelgeneration mit der Prägung derer von Schenck zu Schweinsberg

Unter diesem Namen ist die Ziegelei auch das erste Mal im Handelsregister beim Amtsgericht Hünfeld eingetragen. Dieser Eintrag erfolgte allerdings erst auf eine gerichtliche Anordnung hin am
14.05.1906. Demzufolge kann man nun davon ausgehen, dass der erste Eigen-

Dampfziegelei Schenck

tümer der Ziegelei ebenfalls die Familie Schenck zu Schweinsberg war.

Nach dem Tod von Hans Schenck zu Schweinsberg im Jahre 1912 verließ die Familie Buchenau und so ging auch die Ziegelei (Konkurs?) in andere Hände über. Einen namentlich genannten Besitzer konnte ich leider nicht ausfindig machen. Dass die Ziegelei aber weiter gearbeitet hat, ist daraus ersichtlich, dass es in der Ziegelsammlung eine Ziegel gibt, bei der die oberste Zeile der Beschriftung gelöscht wurde. Sie war demzufolge nur noch beschriftet mit

 “DAMPFZIEGELEI BUCHENAU”.

Dampfziegelei nach Schenck

Eine Dachziegel aus der Aera nach den
 Schencks zu Schweinsberg

Bei genauerem Hinsehen kann man erkennen, dass die obere Zeile unkennt- lich gemacht wurde. Außerdem ist auffallend, dass die Ziegel jetzt eine wesentlich hellere Färbung hat. Wahr- scheinlich wurde hier weniger Ton beigemischt als früher.

Vermutlich mit dem gleichen Material wurden auch die hellen Ziegelsteine gebrannt, die bei dem obengezeigten Haus verwendet wurden (das Haus scheint hier in der Farbe allerdings etwas rötlicher, da es vor ein paar Jahren mit einer farblichen Versiegelung versehen wurde). Besser zu sehen ist die Farbe der Original- Ziegelsteine auf den unten gezeigten Bildern.

Der kleine Stall auf dem Bild unten ist ebenfalls noch mit Original-Ziegelsteinen aus der Dampfziegelei Buchenau gebaut

Stall aus Ziegelsteinen

Ziegelstein mit der typisch gelben Farbe aus der Sammlung von
 H. Klotzbach

Ziegelstein

Bei der Beschriftung der letzten Ziegel ist ersichtlich, dass noch weiterhin unter dem Firmennamen “DAMPFZIEGELEI BUCHENAU” produziert wurde. Die vorhergehende (übergangsweise) Beschriftung wurde korrigiert und es wurden Ziegeln hergestellt, die dann wieder eine “saubere” Inschrift trugen.

Ziegel 2 nach Schenck

Die “letzte” Generation der Dachziegeln aus der Ziegelei Buchenau

Das Material für die Herstellung der Ziegelprodukte wurde vermutlich im Be- reich des heutigen Fußballplatzes ge- wonnen. Bei genauer Betrachtung des Geländes kann man feststellen, dass das sonst hügelige Gelände hier durch den Abbau der Lehmschichten größtenteils eingeebnet ist. Der benötigte Ton wurde offenbar weiter oben im Berg, in der Nähe des ersten Braunkohlestollens, gewonnen.

Wie lange die Ziegelei noch produktiv arbeitete, ist wiederum nicht genau feststellbar. Ihre endgültige Löschung im Handelsregister steht allerdings mit Datum 18.05.1932 fest.