Buchenau
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© Peter Schaaf

Die evangelische Kirche

Von 1568 - 1573 durchE.v.B.klein erbaut, ist die historische ev. Kirche von Buchenau eine Besonderheit im 16. Jahrhundert. Waren doch, im Rahmen der Reformation, die meisten evangelischen Kirchen von den Katholiken übernommen, so wurde die Buchenauer Kirche als erste rein evangelische Kirche im nordhessischen Raum gebaut.

Die historische ev. Kirche von Buchenau

Ev. Kirche

Lediglich eine Kirche im Südhessischen Bereich (Hofheim?) wurde vor unserer Kirche rein protestantisch errichtet.
Architekt und Baumeister ist laut Kir- chenchronik gewesen:

IAKOB KOCH SIDDICH VIED

Die Kirche ist im Oberdorf hoch gelegen und es wird vermutet, dass der südlich vorgebaute wuchtige Glockenturm (Chorturm) ursprünglich als Wehrturm diente (zur sog. Oberen Burg gehörend) und die Kirche später angebaut wurde.

Die ev. Kirche von Nord-Westen gesehen

Die Kirche ist ein Rechteckbau (Saalbau) mit Spitzbogenfenstern und einem umlaufenden Sockelband. Über dem spitzbogigen Nordportal fin- den wir in schwer lesbarer Schrift in den Stein gemeißelt den Namen des Baumeisters:

ev Kirche 3 klein

ANNO DOMINI 1568 IST HER IACOB KOCH SIDDICH VIED SIND BAUMEISDER GEWASD AN KRISDLICHEN KIRCHEN.

Baumeister der Ev. Kirche

Das Allianzwappen über dem Chorbogen

Allianzwappen im Chorbogen

Chor und Schiff im Innenraum sind mit flachen Holzdecken versehen. Über dem spitzen Chorbogen finden wir, kaum noch erkennbar, ein Allianzwappen derer von Buchenau und von Goltacker. Im Schiff ruht die rundum laufende, zweigeschossige Empore auf Holzsäulen.

Die Farbgebung und Marmorierung des Kirchenschiffs resultiert aus den Originalbefunden der ehemaligen Innenbemalung, die bei der Renovierung in den Jahren 1993-1994 vorgefunden wurde. Vor dieser Renovierung besaß der Innenraum noch die rot-bräunliche Terracotta-Farbe aus dem 17. Jahrhundert.  

Altarraum

Altarraum

Rückraum mit den zwei Emporen und Orgelprospekt

Kirche Rückraum

Die Barockorgel, die jetzt in der historischen Kirche Buchenaus zu sehen und zu hören ist, ist vermutlich die vierte oder gar die fünfte Orgel in dieser Kirche. Sie wurde zu Pfingsten im Jahre 1996 in Betrieb genommen, nachdem die alte Ratzmann Barockorgel, die über 80 Jahre ihren Dienst geleistet hatte, im Oktober 1993 abgebaut worden war. Ursprünglich sollte die alte Orgel lediglich im Rahmen einer Innenrenovierung ausgelagert werden. Dabei wurde aber festgestellt, dass ihr Zustand so schlecht war, dass man einem Orgelneubau den Vorzug gab.

Orgelprospekt

Beim Bau der neuen Orgel lehnte man sich sowohl klanglich als auch baulich an die Orgel- bauprinzipien des Barock an. So entstand eine “freie Rekonstruktion” der historischen Barock-
Orgel aus dem späten 18. Jahrh., zumal hier noch der Original-Orgelprospekt (das Gehäuse) Verwendung finden konnte.

Die neue Orgel mit dem Originalgehäuse aus dem 18. Jahrh.

An der Südwand des Chores (Altarraum) fällt dem Besucher der sonst recht schlicht gestalteten Kirche, sofort das Grabmal (Epitaph) des Kirchenerbauers E.v.B.klein ins Auge. Zwischen zwei Pilastern kniet links Eberhard mit drei männlichen Kindern und rechts seine Frau Margaretha mit drei weiblichen Nachkommen.

Rechts das Grabmal Eberhards, im Bild unten das Oberteil des Grabsteins mit den Wappen von Buchenau und von Goltacker.

Wappen über Grabstein
Grabmal Eberhards (Epitaph)

Die Pilaster sind mit folgenden Wappen verwandter Familien versehen:
Links -
BVCHENAU, RABENAW, STEINRVCK, WAIS, WANGIVM, BOINEBVRG, BIEBERA, LYEER.
Rechts -
GOLTACKER, ZOLNER, BOINEBVRGK, GÖRTZ, HVNDT, RVDT, HERE, WANGENHEIM.

Auf der Predella (Sockel) des Grabmals wird in lateinischer Sprache vom Tod Annas von Buchenau berichtet und von den Kindern die sie Eberhard gebar.

Predella linker Teil

Die zweigeteiltePredella

Predella

Predella rechter Teil

Predella links Predella rechts

Rechts neben dem Chorbogen ist die Reproduktion eines wertvollen spätgotischen Reliefs “Anna Selbdritt” angebracht. Das Original, das vermutlich aus dem Fränkischen Raum stammt

Anna Selbdritt

und früher wahrscheinlich im Freien aufgestellt war, musste wegen der Witterungsschäden ent- fernt und im Innenraum angebracht werden. Es wurde vor etwa hundert Jahren im Kirchturm entdeckt und ist heute im Museum in Fulda zu sehen.

Die Kopie des Fränkischen Reliefs Anna Selbdritt

Weiterhin erwähnenswert sind diverse Grabsteine, die auf allen Seiten des Chores eingelassen sind.

Grabstein mitte
Grabstein links
Grabstein links

Die veschiedenen Grabsteine an den Wänden des Chores

Grabstein links
Grabstein links

Unterhalb der Plastik “Anna Selbdritt”, neben dem Tauf- stein, ist heute ein steinernes Giebelkreuz abgestellt. Es wurde aus Sicherheitsgründen vom Nordgiebel entfernt. Dabei soll es sich um den wohl ältesten Kunstgegenstand der Buchenauer Kirche handeln (16. Jahrh.)

Für den Ausbau des Fußbodens sind offenbar Grabplatten unbekannter Herkunft verwendet worden, vermutlich von Gräbern der Buchenauer Ritter. Ebenso sind einige Fensterbögen- und Stürze von früheren Bauwerken (Alte Burg oder Obere Burg) verwendet worden.

Giebelkreuz

Das alte steinerne Giebelkreuz

Die ev. Kirche Ostansicht

Ev. Kirche Ostansicht

Der wuchtige Kirchturm aus südlicher Sicht

Kirchturm von Süden

Im Kirchturm erklingt heute ein dreistimmiges Geläut, wobei es sich um eine alte und zwei neuere Glocken handelt. Die ältere der drei Glocken, sie ist auch die größte, trägt die Jahres- zahl 1750 während die beiden anderen Glocken im Jahre 1952 gegossen wurden.

Die Kirche, die genau von Norden nach Süden ausgerichtet ist, besitzt ein Nordportal (Haupteingang) und ein Portal auf der Ostseite. Sie erfuhr eine größere Außenrenovierung in den Jahren 1989 - 1990. Im Innenbereich wurde die Kirche, wie bereits erwähnt, von Nov. 1993 bis Sept. 1994 mit neuem Glanz versehen.

Der Haupteingang im Norden

Ev. Kirche Nordportal

Das Ostportal

Ev. Kirche Ostportal

Die Kirche von Norden gesehen

Ev. Kirche von Nord

Zum ev. Kirchspiel Buchenaus gehören heute noch die Ortschaften Bodes und Erdmannrode, wobei zu bemerken ist, dass E.v.B.klein auch in diesen beiden Orten bereits die Kirchen erbauen ließ.