Buchenau
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Dorfschelle

 

© Peter Schaaf

Das Spiegel-Schloss

Das Spiegel-Schloss, heute eher im Schatten des östl. gelegenen Seckendorff- Schlosses lie-
gend, hat im Lauf der Jahrhunderte vielfältige Veränderungen erfahren und ebenso viele Besitzer gehabt. Es ist Teil der sog. “Alten Burg” -Stammburg derer von Buchenau-.

Es wird vermutet, dass durch das Aufstauen der Eitra das Tal vor der Burg, also von der Nord-, Ost und Südostseite ungangbar gemacht wurde, so dass man von diesen Seiten her nicht angreifen konnte. Von Süden und Westen her, wo das Gelände ansteigt, schützte der Wallgraben und die “Vorburg” (die sog.”Obere Burg” -Generalshaus auf Fundamenten von 1550-). Zu dieser Vorburg soll auch der starke Kirchturm (ehemals Wehrturm) gehört haben.

Befestigungsmauer mit Zinnen an der sog. “Oberen Burg” (Vorburg)

Zinnen Vorburg

Spiegel-Schloss Nordansicht

Spiegel-Schloss Nordansicht

Das Spiegelschloss ist das ältere der beiden Schlösser der alten Stammburg. An einer Stufe der Spindeltreppe im südlich angesetzten Treppenturm ist die Jahreszahl 1572 zu sehen. Diese Zahl

Spiegel-Schloss Nord-West Ansicht

Spiegel-Schloss Nord-West

Die Treppenstufe mit der Jahreszahl 1512 (1572?) weist auf das Erbauungsjahr des Turmes, ggf. des Schlosses, hin.

wurde in einigen Niederschriften irrtümlich als 1512 interpretiert. Betrachtet man aber das untenstehende Bild und vergleicht die vorne stehende “1” mit der dritten Ziffer, dann sieht man deutlich. das sich beide Ziffern unter- scheiden.

Treppenstufe mit Jahreszahl

Ebenfalls findet man auf einem Wappenstein mit dem Allianzwappen Buchenau-Goltacker die Jahreszahl 1572 mit folgender Inschrift:

EBERHARD VON VND ZV BVCHENAV MARGARETA VON BVCHENAV GEBORENE GOLT- ACKERIN    

Das Allianzwappen v. Buchenau und v. Goltacker

Wappen am Spiegelschloss

Die Inschrift am Spiegel-Schloss

Wappeninschrift

Auf winkelförmigem Grundriss finden wir zwei massive Untergeschosse mit einem Fachwerk-Obergeschoss. An der Südseite erhebt sich ein halbrunder Treppenturm ohne eigenes Dach.

Spiegel-Schloss Innenhof

Innenhof Spiegelschloss von Süd- Ost. In der Mitte der halbrunde Treppenturm

Das Renaisssance-Portal ist mit Blumenorna- menten und zwei männlichen Kopfmasken ver- ziert.

Das Renaissance-Portal am Treppenturm

In der Mitte der Südfront stand ein etwa 30 Meter hoher Turm, der zu Beginn des 19. Jahrh. wieder abgerissen wurde. Ein Stein dieses Turms, der heute leider nicht mehr auffindbar ist, trug die Inschrift “G.V.B. 1508” Demnach soll der Turm von Gottschalk von Buchenau gebaut worden sein.

Portal Spiegel-Schloss
Steinbank Spiegelschloss

Neben dem Haupt-Portal auf obigem Bild befindet sich eine Steinbank. Ein Stein darunter trägt die Jahres- zahl 1623 (kaum erkennbar) und ein Steinmetzzeichen.

Der Stein unter der Bank mit dem Steinmetzzeichen

Die Kopfmasken rechts und links am Hauptportal des Spiegelschlosses

Kopfmaske links

Das linke Portal am Spiegel-Schloss

Linkes Portal am Spiefel-Schloss
Kopfmaske rechts

Wappen über dem linken Portal

Wappen am linken Portal

Im vorderen Bereich des Schlosses -Richtung Seckendorff-Schloss- befinden sich noch Stallun- gen. Links davon, auf der Südseite neben dem Treppenturm, ist die zugemauerte Tür eines Verlieses zu sehen. Daneben rechts, erkennt man einen Versorgungsschacht.

Die Tür zu den Stallungen

Stalltür

Die zugemauerte Verlies-Tür mit dem “Versorgungschacht”

Tür zum Verlies

Im Kellergewölbe des Hauptbaues, das ist der rechte Teil mit dem Treppenturm, befindet sich ein Wasserbecken in einer Wandnische mit Gesims und Ornamenten. Erwin Sturm ( in seinem Buch “Die Bau- und Kunstdenkmale des Fuldaer Landes” Bd II) bringt schon die Vermutung zum Ausdruck, dass es sich hier um Weihwasserbecken (Piscina) aus einer früheren Schloss- kapelle handeln könnte (Jahreszahl 1623).

Piscina im Gewölbe

Die Piscina im Kellergewölbe des Spiegel-Schlosses

An dem viele Jahre unbewohnten Spiegel-Schloss (Innenseite) nagt der Zahn der Zeit.

Spiegel-Schloss Innenhof
Bergfried

Auf diesem Kupferstich, dessen Ersteller unbekannt ist, sieht man in der Mitte des Bildes den mächtigen Bergfried, der im 19. Jahrh. wieder abgerissen wurde.

Auf der Westseite des Spiegel-Schlosses, schwer einsehbar und wegen des Wall- grabens kaum erreicbar, sind im Mauerwerk noch die Umrisse eines früheren Tores zu erkennen. Es muss also auch auf dieser Seite einmal einen Zugang zur Alten Burg gegeben haben.

Ein Teil des Schlosses erhielt mit Mitteln des Hessischen Landesamtes für Denkmalpflege eine neue Bedachung. Leider wurde dieses Sanierungsvorhaben aus unerfindlichen Gründen wieder gestoppt, so dass das Dach nun “zweifarbig” ist. Zur Zeit sind nur einige Räume bewohnt.

Es bleibt nur zu hoffen, dass sich möglichst bald Interessenten für das Spiegel-Schloss finden, die den Zerfall dieses historischen Bauwerks stoppen.