Buchenau
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Dorfschelle

 

© Peter Schaaf

Das Seckendorff-Schloss

Das hier von Süd-Osten gesehene Seckendorff-Schloss ist der bekanntere und mächtigere Teil der ehemaligen Stammburg derer von Buchenau (Alte Burg). Hier lebten die von Buchenau durchgehend bis zum Aussterben der männlichen Linie gegen 1815.    

Die “Alte Burg” (Spiegel- Schloss und Seckendorff- Schloss) erhebt sich auf einer Felsnase über dem Eitratal und ist umschlossen von einem Wallgraben und einer doppelten Mauer mit Schießscharten.

Das Seckendorff-Schloss Süd-Ansicht

Seckturm7cut-30002

Die steinerne Brücke mit Torbogen über den Burggraben

Torbogen

Im Süden führt eine steinerne Brücke über den Graben durch das Burgtor in den Burghof. Die beiden vorderen Torpfosten haben in Mannshöhe durchlöcherte, beweg- liche Steine, durch die wahrscheinlich die Ketten der ehemaligen Zugbrücke geführt wurden.

Der Torbau wurde 1923 erneuert und trägt ein Allianzwappen von Seckendorff und von Schöning mit Wappen der Herren von Buchenau in der Mitte.

Beweglicher Kugelstein am Südtor der “Alten Burg”

Kugelstein
Torwappen

An der Ostseite erhebt sich ein wuchtiger, massiv gebauter fünfgeschossiger Wohnturm in spätgotischen Stil mit gewalmten Satteldach und gekuppelten Fenstern aus der Renais- sancezeit.

Wohntürme Seckendorff-Schloss

Seckendorff-Schloss von Norden

Richtung Westen ist an diesen ein zweiter, etwas schmälerer Wohnturm mit Satteldach angebaut. Anschliessend setzt sich ein etwas niedrigerer Renais- sancs-Fachwerkbau deutlich ab.

An der Südseite (also im Innenhof) befindet sich ein sehr schöner runder Treppenturm mit drei massiven und zwei Fachwerkgeschossen.

Das mit Ornamenten gezierte Renaissance-Portal zeigt ein Allianzwappen von Buchenau und von Schwertzel (Erbauer des Schlosses). Auf dem Portal-Sturz neben der Jahreszahl 1578 ist der Baumeister: LOTZ HANS JÖRG ZANG. verewigt. Links neben dem Portal steht eine Steinplatte mit Allianzwappen von Buchenau und von Riedesel zu Eisenbach.

Der fünfgeschossige Treppenturm im Innenhof des Seckendorff-Schlosses

Das Hauptportal des Seckendorff-Schlosses befindet sich am Treppen- turm

Portal Seckendorff-Schloss

Allianzwappen v. Buchenau und v. Schwertzel über dem Portal

Allianzwappen über Portal
Treppenturm im Seckendorff-Schloss

Der Baumeister Lotz Hans Jörg Zang hat auf dem Sturz über dem Portal vor seinem Namen die Jahreszahl 1578 angegeben

Namenszug Lotz H.J. Zang

Wie bereits erwähnt, waren die Buchenauer Ritter eine für die damalige Zeit relativ große Familie. So blieb es nicht aus, dass durch Vermählungen die Namen zahlreicher Adelsgeschlechter im Stammbaum derer von Buchenau und demzufolge auch auf den ver- schiedenen Allianzwappen erscheinen.

Wappenstein Buchenau-Riedesel

Links neben dem Portal steht eine Stein- platte mit Allianzwappen
von Buchenau und von Weisbach.
Die Buchstaben
 J F V B D S V B G B V W
identifizieren dieses Wappen als das von Justus Friedrich v. B. und Dorothea Sophia
v. B. geb. v. Weisbach.
Die entsprechende Jahreszahl lautet 1756.

Das Allianzwappen derer von Buchenau und von Weisbach

Der an der Ostseite des Schlosses hochaufragende Wohnturm weist im Inneren in den Untergeschossen keine Treppen auf. Aus verteidigungstechnischen Gründen war der Turm nur über eine Galerie vom westlich angebauten Teil im mittleren Stockwerk erreichbar. Erst später wurde, wahrscheinlich um zusätzlichen Raum zu gewinnen, diese Galerie von unten her zugebaut.

Der Wohnturm rechts im Bild. In der linken Bildhälfte ist die Zugangsgalerie zu sehen.

Auf der Südseite des Wohnturms ist ein interessantes Epitaph zu sehen, das sehr stark an das Epitaph des bekanntesten Eber- hard v. Buchenau in der ev. Kirche erinnert. Dieses Grabbildnis ist hier erst später eingelassen worden und stammt vermutlich aus einem früheren kirchlichen Bauwerk (Kapelle?).

Galerie am Wohnturm

Auch scheint es so, dass man versucht hat, die angegebene Jahreszahl zu manipulieren. Die erkennbare Zahl 735 weist auf eine Zeit, zu der es hier in Buchenau mit Sicherheit noch keine christliche Kirche gegeben hat (Jesus am Kreuz, auf den Knien betender Ritter).

Epitaph am Seckendorff-Schloss
Gotisches Portal

Gotisches Portal neben Epitaph

Auch die Zahl 1735 kann nicht korrekt sein, denn das Epitaph stammt untrüglich aus der gleichen Schule (gleiche Epoche) wie das erwähnte des Eberhard aus der ev. Kirche.

Das Grabbildnis mit betendem Rit- ter am Fuße des großen Wohnturms

Im Bildausschnitt unten auf der rechten Seite die wahrscheinlich manipulierte Jahreszahl.

Epitaph Ausschnitt

Links neben der erwähnten Grabplatte findet man ein gotisches Portal, das in den unteren Teil des Wohnturmes führt. Eine Verbindung zu den oberen Stockwerken existiert, wie schon erwähnt, aber nicht.

Innenhof Seckendorff-Schloss

Im Innenhof des Seckendorff-Schlosses

Der steinerne Torbogen zum Innenhof

Torbogen

Der Burggraben im Südosten

Burggraben
Brunnen mit Sigmund v. Seckendorff

Der Brunnen im Innenhof kann heute noch Wasser liefern, erzählt der Schlossherr
Sigmund Frh. v. Seckendorff

Im Innenhof des Seckendorff-Schlosses existiert noch der alte Brunnen, der zur Zeit der adeligen Ritter von Buchenau die einzige Wasserquelle für die Bewohner war. Er ist ca. 14 Meter tief und hat heute noch Wasser, das mit einer intakten Pumpe gefördert werden könnte.

Das Seckendorff-Schloss und das Spiegel-Schloss sind durch eine Mauer getrennt, da ja beide Bauwerke im Laufe der Jahrhun- derte unterschiedliche Eigentümer hatten. Erst im 19. Jh. (1878) wurden die beiden Schlösser durch Hermann v. Seckendorff wieder zu einem Besitz vereinigt.

Die Trennmauer zwischen Spiegel- und Seckendorff-Schloss.

Trennmauer

Am Eingang des Waldes, rechts der Eitra oben am Berg, erblickt man einen Haufen behauener Steine. Diese stammen von einem Denkmal, das einst für Hermann von Seckendorff, der 1878 die beiden Schlösser der ehemaligen Stammburg wieder vereinte, errichtet worden war. Dieses Denkmal, das in der Verlängerung des heutigen “Denkmalsweges” stand (daher der Straßenname) wurde bedauerlicherweise mutwillig zerstört.

Die “Überreste” des Denkmals

Denkmals-Fundament

Die Verlängerung des Denkmalsweges

Weg zu Denkmal

Die Gedenktafel, die -allerdings be- schädigt- sichergestellt werden konnte, befindet sich heute im Innenhof des Seckendorff-Schlosses.

Denkmal Tafel

Die beschädigte Gedenktafel des Denkmals
“Hermann v. Seckendorff”

Denkmal Tafel

Ein weiteres Denkmal, das noch erhalten ist, befindet sich im Wald. Es ist zum Andenken an Ernst von Seckendorff-Gutend, der 1839 das Erbe von Buchenau erstritten hatte, errichtet worden. Die Inschrift ist heute nur noch schwer zu entziffern.

Zum
Andenken an Freiherrn
E K J v. Seckendorff Gutend
Oberforstmeister u. Forstrath
geb. 17 Febr. 1780
gest. 26. Dec. 1866

Denkmal des Ernst v. Seckendorff

Denkmal E.v. Seckendorff

Die Gedenk-Tafel

Denkmal Tafel

Das Seckendorff-Schloss wurde bis in das Jahr 2007 noch von der Familie “Von Seckendorff” bewohnt. Nachdem Ursula v. Seckendorff ihrem 2005 verstorbenen Gatten Sigmund v. Seckendorff im Jahre 2007 folgte, wartet das Schloss auf den evtl. Einzug einer neuen Generation.